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Konflikte unter Nachbarn

Bäume und Sträucher als Streitobjekte

Bäume, Sträucher und Hecken sind immer wieder Anlass für Nachbarschaftsstreitigkeiten. Welche Vorschriften beim Anpflanzen von Gehölzen zu beachten sind, regelt in NRW das Nachbarrechtsgesetz. Darin heißt es unter anderem, dass bei stark wachsenden Bäumen wie der Rotbuche und sämtlichen Lindenarten ein Abstand von vier Metern zum Nachbargrundstück einzuhalten ist, bei allen übrigen Bäumen sind es zwei Meter – immer gemessen von der Mitte des Baumes. Obstgehölze können unter Umständen noch grenznäher stehen. Im Juni hatte der Bundesgerichtshof geurteilt, dass ein Nachbar Äste eines Baumes abschneiden darf, die in seinen Garten hineinragen. Dies gilt selbst dann, wenn ein Baum dadurch absterben könnte (Aktenzeichen V ZR 234/19).
Für Streit unter Nachbarn sorgt häufig das Obst, das vom Baum des Nachbargrundstückes auf das eigene Grundstück fällt. Dabei gilt der Grundsatz: Das über die Gartenzaungrenze hängende Obst dürfe nicht gepflückt werden, so lange es sich an dem Baum befinde, so der Eigentümerverband Haus & Grund. Ist es allerdings herab in den Garten gefallen, darf es verzehrt werden (Paragraf 911 BGB). Es darf aber nicht durch das Schütteln des Astes nachgeholfen werden. eB/dpa

Quelle: Westfälischer Anzeiger, Hamm, 13.11.2021